Service und Wissen
Digitale Audioproduktion
von Christoph Reinhardt
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Qualitätsverlust durch Aufgabenverlagerung oder Freiheit für kreative Radiomacher? Die Sender stellen Radiojournalisten nur noch im Einzelfall oder bei besonders aufwändigen Produktionen Technik und Personal zur Verfügung. Im Alltag ist der (freie) Beitragsmacher auf sich selbst gestellt und zunehmend auf seine eigene Technik angewiesen. Wir zeigen, worauf man bei der Anschaffung von Hard- und Software achten muss, und wie man auch mit kleinem Budget sendefähige Radiobeiträge erstellen kann.
Die gute Nachricht: Heutzutage hat jeder x-beliebige PC ausreichend Rechenkraft und Speicher, um mit rundfunküblichen Audios umzugehen. Normalerweise sollte jeder Rechner, der mit Windows XP ruckelfrei läuft, auch für digitale Audioproduktionen gerüstet sein. Kritisch an der PC-Stangenware sind die analogen Ein- und Ausgänge. Die üblichen On-Board-Soundkarten mit ihren wackeligen Miniklinken und rauschigen Vorverstärkern taugen vor allem dazu, die Systemklänge einigermaßen unverzerrt an die „Plastik-Brüllwürfel“ weiterzuleiten – für professionelle Audiobearbeitung sind sie tabu.
Externe Soundkarten
Sendequalität bieten am einfachsten externe USB- oder Firewire-Soundadapter. Für den mobilen Einsatz praktisch sind die kompakten „reinen“ Soundkarten nur mit den grundlegenden Mischfunktionen (z.B. Edirol UA 25, M-Audio Fast Track). Im stationären Einsatz bequemer sind USB-Mischpulte mit integriertem Soundwandler, mit denen sich mehrere analoge Quellen fest verkabeln lassen (z.B. Yamaha MW 10C, Behringer Xenyx 1204). Egal ob Soundkarte mit Mischfunktion oder Mischer mit Analog-Digital-Wandler: Beide Lösungen müssen nicht mehr als 200 Euro kosten – die jeder investieren sollte, der seine Töne noch analog einspielt oder bei der Sprachaufnahme direkt in den Rechner aufnehmen möchte.
Aufnahmegeräte
Wer ein zeitgemäßes (Flash)-Aufnahmegerät per USB an den Rechner anschließt, braucht natürlich überhaupt keine analogen Wege in den Computer. Aber Achtung: Die Auswahl von angeblich Broadcast-tauglichen Geräten ist so unübersichtlich wie qualitativ dürftig. In der 300-Euro-Klasse (z.B. Edirol R9 HR, Marantz PMD 620, M-Audio Microtrack II, Zoom H2/H4) bekommt man zwar solide und in der Regel einigermaßen einfach zu bedienende Werkzeuge, deren Line-Eingänge für einen Mitschnitt von der Splitbox gut geeignet sind. Auch die eingebauten Mikrofone bieten teils erstaunliche Qualität. Das mag in Ordnung sein für die anvisierte Zielgruppe der Musiker, die eine Probe unkompliziert aufnehmen wollen, oder auch für den Podcaster, bei dem es nicht auf das letzte Quäntchen Qualität ankommt. Radioprofis, die mit verschiedenen externen Mikrofonen arbeiten müssen, kann man die Geräte nicht empfehlen, denn die Hersteller geizen an den Mikro-Eingängen. Manche Kondensatormikrofone mögen noch akzeptable Signale liefern; dynamische Mikros mit ihrer technisch bedingt niedrigen Ausgangsspannung gehen im Rauschteppich der miesen Vorverstärker unter. Weniger zu kritisieren gibt es erst bei den ausgewiesenen Profigeräten – ab 600 Euro aufwärts. Auf ein Flash-Aufnahmegerät mit angemessenem Preis-Leistungs-Verhältnis wartet der Markt leider schon seit Jahren vergeblich.
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Autor
Christoph Reinhardt
ist freier Journalist und Dozent an der Berliner Journalisten-Schule.
Nächste Seminare:
22.9.: „Radio-Beiträge professionell zu Hause produzieren“
23.9.: „Digitaler Audioschnitt und -Produktion für Profis mit DigAS“
www.berliner-journalisten-schule.de
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